Über dieses Blog

Dialogfähigkeit ist eine der größten Herausforderungen für zukünftige Marktteilnehmer, für Anbieter, Konsumenten und andere Interessensgruppen.

 

Für klassische Entrepreneurs bedeutet dies, den Weg vom Werbemonolog über den Kundendialog zur kooperativen Zusammenarbeit zu finden. Immer mehr Kunden wollen Produkte mitentwickeln, wollen wissen, auf welchen Werten und Prozessen Geschäftsmodelle beruhen.

Aber was bedeutet das konkret? Henry Ford hat gesagt: „Wenn ich die Menschen gefragt hätte, was sie wollen, hätten sie gesagt schnellere Pferde.“ Er verkaufte stattdessen Millionen PKW, die er auf revolutionär neue Weise produzieren ließ. Also doch keinen Dialog, lieber bewährte Methoden der Marktforschung mischen mit innovativer Produktpolitik?

Oder ist ein mündiger Kunde gerade dabei, großen Firmen diese Entscheidung aus der Hand zu nehmen: über selbst organisierte Tauschbörsen, Sharingsysteme und demnächst mittels 3-D Drucker?

Diese und andere Fragen stellt :machen.., das Blog für zukünftiges Management. Dabei nie unterteilend in die Guten und die Bösen, nur manchmal in richtig und falsch und immer auf der Suche nach Wegen. Es geht um neue – oder alte – Arbeits-, Produktions- und Kommunikationswege. Es geht um erfolgreiches Marketing, um Verantwortung und um Nachhaltigkeit. Und um die Frage, wo wir stehen und wie wir zueinander stehen, wir Produzenten, Konsumenten, wir Manager unserer Interessen und Bedürfnisse.

Der Blog Autor Oliver Schmidt sucht noch viele Co-Autoren, die Spaß am Thema Management haben und – wie einst Josef Schumpeter – Lust an schöpferischer Zerstörung alter Denk- und Verhaltensmuster mitbringen:

Oliver Schmidt, Autor des blogs :machen..

„In meinem Leben habe ich dreimal „Die Wende“ erlebt. Meine erste war die „geistig moralische Wende“ durch Helmut Kohl im Jahr 1982. Ich war damals 17 Jahre alt und verstand noch nicht, welcher Art Verkommenheit sich die sozial-liberale Vorgängerregierung schuldig gemacht haben könnte. Jedenfalls wechselte die FDP unter Hans Dietrich Genscher die Seiten, Helmut Kohl wurde Kanzler und blieb es 16 Jahre lang.

Die nächste Wende erwischte mich vor einer Kreuzberger Disco. Als ich die am späten Abend des 9. Novembers 1989 verließ, waren die Straßen voller Trabis. Einer ihrer Fahrer wies mich freundlich darauf hin, dass am Brandenburger Tor die Mauer auf und die Hölle los sei. Nur wenig später überquerte ich mit meiner Begleitung die Mauer und wir durchschritten, beobachtet von verunsicherten Grenzbeamten der DDR, das Tor.

Meine dritte Wende wurde am 14. März 2011 von Angela Merkel angekündigt, vorausgegangen waren Fernsehbilder explodierender Kernkraftwerke in Fukushima. Die Entscheidung, deutsche Meiler sofort herunterzufahren, ihre Sicherheit zu überprüfen und langfristig auszusteigen aus der Atomenergie war einzigartig in Europa, und leitete die Energiewende ein. Man muss kein CDU Wähler sein, um Angela Merkel für ihren trockenen Pragmatismus, gepaart mit Entscheidungskraft, den sie zumindest in dieser Situation bewiesen hat, zu danken.

Die Managementwende wird von keinem Kanzler und von keiner Kanzlerin jemals ausgerufen werden. Die Frage, welche Managementkultur Entscheidungsträger in den ihnen überantworteten Organisationen, Projekten und Unternehmen pflegen, obliegt allein ihnen und ihren Kontrolleuren: Gesellschaftern, Aufsichtsräten, Aktionärsversammlungen und Betriebsräten. Ist die Frage also, ob wir in Deutschland, in Europa, eine Managementwende brauchen und wie wir sie gestalten keine politische Frage?

In jedem Fall ist es eine Frage von gesellschaftlicher Relevanz, denn sie entscheidet darüber, wo deutsche und europäische Unternehmen im globalen Vergleich in Zukunft stehen. Sie entscheidet darüber, welche Autos wir fahren, welche Lebensmittel wir essen und ob wir uns in unseren Kommunikationswelten auf Datenschutz und freien Datenverkehr verlassen können. Ob deutsche Unternehmen an der Welt von morgen mitarbeiten ist fundamental wichtig für Fragen, die das Leben jedes Menschen auf diesem Planeten beeinflussen, dazu gehören neue Arbeitszeitmodelle, Umweltschutz und Fragen der Mitbestimmung.
Überlassen wir amerikanischen und asiatischen Unternehmen das Feld, wird nicht alles schlechter – auch wenn hiesige Medien (und vor allem hiesige Unternehmensverbände) diesen Eindruck gerne pflegen. Aber wir haben dann nicht mehr viel mitzubestimmen, in der Beziehung zwischen Anbietern und Abnehmern, Verkäufern und Kunden, Unternehmen und Konsumenten.“

Oliver Schmidt ist Unternehmensberater (Sandwichpicker, Hultgren Nachhaltigkeitsberatung) sowie Gründungsberater für Student/innen und Absolvent/innen zahlreicher Universitäten (FU Berlin, HU Berlin, HTW Berlin, HNE Eberswalde, Europauniversität Viadrina Frankfurt (Oder), Universität Trier). Er hält Vorträge und gibt Workshops im Spannungsfeld aus Marketing und Nachhaltigkeitsmanagement.

 

Im Blog [:machen..] schreibt Oliver Schmidt für kein Unternehmen, ausschließlich in eigenem Namen.

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