Schlagwort-Archive: Unternehmensführung

HOME Office:

It Works!

In den 70-er Jahren schuf Osvaldo Cavandoli ein ewig meckerndes Strichmännchen, das er über Kinos vermarktete: „La Linea“. Das aus unerfindlichen Gründen irgendwie sympathische Kerlchen ging einige Minuten lang seinen Weg, danach kam der Langnese Eisverkäufer, dann der Hauptfilm.

Aber Linea ging nicht im eigentlichen Sinne, er stand ja immer am selben Fleck, er machte nur die Laufbewegungen. Seine Zukunft bewegte sich vielmehr auf ihn zu, wurde zu Gegenwart, die er beschimpfen konnte und dann zu seiner Vergangenheit, die er hinter sich ließ – zeitlich wie räumlich.

La-linea

La Linea ist ein schönes Bild für das Management unseres Unternehmens: wir befinden uns in der Gegenwart, und zwar immer. Zukünftige Ereignisse kommen auf uns zu und werden, indem sie durch unsere Gegenwart fließen, zu Vergangenheit. Die entscheidende Erkenntnis daran: Zukunft, Gegenwart und Vergangenheit bilden drei Domänen, die auf ganz unterschiedliche Weise zu managen sind. Ebenso sehr, wie sie miteinander zusammenhängen, unterscheiden sie sich voneinander.

Die Zukunft unseres Unternehmens ist, das liegt in der Natur zukünftiger Ereignisse, ungewiss. Indem wir eine Idee von ihr entwickeln, befestigen wir einen gedanklichen Wurfanker, an dessen Seil wir uns von nun an vom Heute in die Zukunft manövrieren. Oder, aus der „La Linea“ Perspektive betrachtet, wir bewegen die Zukunft auf uns zu. Dabei ist die Leine anfangs sehr lang, je näher die Idee unserer Gegenwart kommt, desto mehr Kontrolle erlangen wir über ihre Gestalt.

Ist die Vision in unserer Gegenwart angekommen, haben wir zu ihrer Umsetzung teils komplizierte Probleme zu lösen, die uns aber nicht unvorbereitet treffen: juristische, finanzielle, organisatorische und persönliche.

Was in der Zukunft noch Vision war, wird nach einiger Zeit, wenn es funktioniert und sich etabliert hat, zur Routine. Routinierte Abläufe beruhen auf Erfahrung der Vergangenheit und verleihen unserem Unternehmen Stabilität und Sicherheit.

 

HOME Office schafft ein Verständnis für diese Zusammenhänge. Besonders hilfreich kann diese Perspektive in entscheidenden Phasen eines Unternehmens sein. So steht ein Projekt beispielsweise ein Jahr nach Gründung häufig vor der Herausforderung, erste Erfolge in geregelte Prozesse umwandeln zu müssen. Das kreative Chaos, das die Beteiligten während der Startphase angefeuert und motiviert hat, kann tatsächlich in Routinen umgewandelt werden, indem wir fragen: „Welche Prozesse funktionieren bereits zuverlässig nach beschriebenen Abläufen, wo wollen wir Prozesse noch entwickeln?

Der Weg von der Vision (Zukunft) über die Lösung (Gegenwart) zu Abläufen, die wir quasi in vorbereitete Schubladen sortieren und bei Bedarf immer wieder abrufen (aus der Vergangenheit), birgt die Gefahr der Frustration. „Was ist nur aus unserer Vision geworden?“ steht als Frage dann im Raum. Ideen und Visionen feuern uns an. Diese erst in konkrete Lösungen zu verwandeln um sie dann in Schubladen optimierter Prozesse zu sortieren, schafft den Platz für neue Entwicklungen. Nur wer den Alltag optimiert, hat Kopf, Herz und Hand frei, um sich seiner Zukunft zuzuwenden. Im Idealfall ist es ein steter Fluss, und die Kunst besteht darin, ihn in Gang und in Balance zu halten. Dabei hilft die HOME Office Route Map, die hier als Arbeitsmappe zum Download bereit steht:

HOME Base A 1
HOME Base A 4
HOME Base A 4_Beispiel

Die HOME Office Route Map hat sich in einem umfassenden Workshop erstmalig bewährt. Im Rahmen eines Mandats zur Begleitung von Transformationsprozessen der .garage sowie der .andersberater haben die Workshopteilnehmer einen neuen Blick auf ihr eigenes Unternehmen gewagt.

Die .garage ist ein Gründungszentrum im Südwesten Berlins, arbeitet seit 8 Jahren erfolgreich und befindet sich in einer Phase der Veränderung. Neue Produkte sollen bewährte Angebote ergänzen, in den frisch bezogenen Räumen können innovative Angebote gemacht werden. In dieser Situation ist es wichtig, die Balance aus strukturierter Prozessentwicklung und Kreativität im Auge zu behalten.
Die .andersberater sind als Unternehmensberatung, „die den Unterschied macht“, neu am Markt. Erfahrene Coaches, Berater und Sozialmanager bieten ihre Expertise den Unternehmen der Sozialbranche an, die sich neue Impulse wünschen. Die .andersberater bieten neben Professionalität in der Analyse und der Entwicklung von Marktstrategien vor allem viel konkrete Erfahrung im Bereich des Sozialmanagements. Die Umsetzung realistischer Strategien in der täglichen Arbeit hat hier einen besonderen Stellenwert.

Set_04

Der Bereich der Kommunikation ist in der gegenwärtigen Domäne komplizierter Probleme ein zentrales Thema. Um sich hier einen Überblick zu verschaffen, hilft ein einfaches Denkspiel: WARUM sollte sich ein Kunde uns zuwenden, bei der Fülle konkurrierender Angebote? Und WARUM sollte sich ein wichtiger Partner dafür entscheiden, gerade mit uns zusammenzuarbeiten? Die Lösung ist einfach: Geben wir ihm gute Gründe an die Hand und kommunizieren diese konsequent.

Im dafür entwickelten Arbeitsblatt (Zum Download: Arbeitsmappe Kommunikation in A3 / Arbeitsmappe Kommunikation mit Beispielen) können wir uns einen Überblick verschaffen. Sobald wir die Argumente vor Augen haben, können wir

  1. Prioritäten setzen.
  2. überprüfen, ob die Versprechen, die in diesen Argumenten stecken, auch gehalten werden können. Wenn nicht, müssen wir sie entweder verwerfen oder nacharbeiten.
  3. diese Argumente jetzt, vielleicht im Rahmen einer bestehenden Kommunikationsstrategie, umsetzen.

 

Set_01-1

Zu Gast bei Michael Faschingbauer

Effectuation im Cynefin Framework

Manchmal, wenn ich morgens in meinen Golf Kombi von 1998 steige und zur Arbeit fahre, denke ich: „Hoffentlich schafft er es noch, heute“. Unser Auto, eine typische Familienkutsche, hat seine Lebensdauer eigentlich überschritten, es ist geprägt von Dienstfahrten und Urlauben mit zwei Kindern, die darin aufgewachsen sind und sein Innenleben ordentlich strapaziert haben.

Das Internet ist mit seinen rund 20 Jahren noch älter, es ist noch nicht kaputt, und wir brauchen kein neues (auch wenn der Medienjournalist Sascha Lobo in seinem klugen Artikel in der FAZ vom 12.01.2014 genau dies fordert). Wir werden kein neues kriegen, es ist in der Welt und entwickelt sich prächtig. Nicht nur die Crowd der Nutzer hat fleißig mitgewirkt an diesem Patchworkteppich, auch Unternehmen, Staaten und andere Akteure haben ihre Ressourcen eingebracht und die Richtung beeinflusst. Entwicklung lässt sich eben nicht vorhersagen, sie ist ein komplexer Prozess, dessen Richtung und Geschwindigkeit von allen Beteiligten bestimmt wird. Noch dazu, und das macht es nicht einfacher, findet Entwicklung nicht in eine, sondern gleichzeitig in zahllose Richtungen statt. Gesellschaftlicher „Fortschritt“ ist vergleichbar mit einem Tintentropfen, der in ein Wasserglas fällt.

Unsere Situation heute ist die eines Tintentropfens, der in einen Strudel fällt: dynamischer, schneller, unberechenbarer als je zuvor entwickelt sich unser Leben, unser Geschäftsmodell, unsere Umwelt. Effectuation gibt Unternehmern, Gründern und Managern Werkzeuge an die Hand, die ihnen Sicherheit geben: Risikominimierung durch die Kalkulation des leistbaren Verlustes, Orientierung an den eigenen Ressourcen und das kluge Eingehen strategischer Partnerschaften haben hier zu einem System zusammengefunden. Nicht zuletzt das Prinzip der Umstände und Zufälle, also die Fähigkeit, Ereignisse nicht sofort als „gute“ oder „böse“ Überraschungen abzuheften erfordert Weitblick, Mut und Kraft.

All das sind keine neuen Erfindungen, allerdings finden die vier Prinzipien von Effectuation eben hier einen strukturierten Raum, in dem sie funktionieren und so ihre Kraft, ihre Wirkung entfalten können. Als Gastautor darf ich im Blog von Michael Faschingbauer EFFECTUATION .at |.ch |.de hierzu Stellung nehmen:

Zum Gastbeitrag von Oliver Schmidt: Effectuation im Cynefin Framework

Michael Faschingbauer ist als „Unternehmensberater, Trainer, Coach und Dozent auf eigene Rechnung mit Büros in Graz und Wien seit 2000 tätig. Pionier im Transfer von Effectuation (Theorie unternehmerischer Expertise) in unterschiedliche Handlungsfelder unter Ungewissheit. Gründer und Betreiber der deutschsprachigen Webplattform “Effectuation Forschung & Praxis” (www.effectuation.at |.ch|.de) und Gründungsmitglied des internationalen Beraternetzwerks effectuation intelligence. sein Praktiker-Fachbuch “Effectuation: wie erfolgreiche Unternehmer denken, entscheiden und handeln”, Schäffer-Poeschel 2010, wurde als “Managementbuch des Jahres” ausgezeichnet.
www.faschingbauer.at

Sozialarbeit

Die im Hinterhof Gras fressen

Thomas Mampel, Geschäftsführer des Stadtteilzentrum Steglitz e.V. trägt Verantwortung für rund 150 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Der Verein betreibt Kitas, Schulhorte, Jugendprojekte und macht generationsübergreifende Angebote. Einnahmen aus sicheren Geschäftsfeldern fließen gezielt in Projekte, die finanziell anders keine Chance hätten: ein Beispiel von vielen ist das Kinderrestaurant Lichterfelde, in dem eine volle Mahlzeit schon für 1,- Euro zu haben ist, Kochkurs inklusive.

Die aktuelle Stellenanzeige für eine dringend gesuchte Kitaleitung klang überraschend selbstbewusst. Tenor: Achtung, lieber nicht bewerben – es sei denn, Sie zählen zu den Besten, denn nur die wollen wir. Im folgenden wurde die Haltung ausführlich erläutert mit der besonderen Verantwortung, die ein Träger von Kinder- und Jugendangeboten für seine Kunden trägt.

Darf der das? Das fragten sich offenbar nicht wenige Leserinnen und Leser, und beantworteten diese Frage gleich selbst und heftig. Thomas Mampel berichtet in seinem Blog von Beurteilung „nicht menschenfreundlich“, „unsympathisch“ und „neoliberal“. Mampel schreibt weiter: „…einer ( der sich selbst zu den “allerbesten” seines Berufsstandes zählt) würde sogar lieber “im Hinterhof Gras fressen, als für mich zu arbeiten – die Schimpfwörter lasse ich hier lieber weg”. Guten Appetit.

Ich bin nicht Bruegel, möchte an dieser Stelle aber zwei Bilder nebeneinander entwerfen: der Geschäftsführer eines wirtschaftlich stabilen mittelständischen Betriebes der Kettensägenbranche fährt Audi A8, veröffentlicht stolz seine Quartalsbilanzen (und die seiner Mitarbeiter) mit stetig steigenden Umsätzen und Renditen und sagt: „Bei uns arbeiten nur die Besten“. Völlig normal.

Entnehmen wir diesem Gemälde die industrielle Ausrichtung und ersetzen sie durch etwas, was ungleich wichtiger ist als Kettensägen, nämlich Lebensvorbereitung, Stabilisierung von Persönlichkeiten, Bildung und Sozialarbeit – dann wirkt die Orientierung am Erfolg plötzlich unanständig. Nicht nur den scharfen Kritikern wird es so gehen, ganz ehrlich, die meisten von uns werden spontan die Begriffe „Erfolgsorientierung“, „Elite“ (genau das sind „Die Besten“) einerseits, und „Inklusion“ und „Sozialarbeit“ andererseits nicht unter einen Hut bekommen. Auch mir geht es so.
Das sind dann allerdings genau die, die doof aus der Wäsche gucken, wenn die Kitaleitung eines Tages mit jemandem besetzt wird der, zum Beispiel, körperlich stark beeinträchtigt ist. Ein Rollstuhlfahrer gar? Eine Blinde oder Hörgeschädigte? Aber es war doch von „den Besten“ die Rede…?!

Wer allzu heftig kritisiert, sagt oft auch viel über sich selbst und seinen Blick in die Welt. Von „Wertschätzung“ ist in der Stellenanzeige die Rede, von „Offenheit“ und von „Vertrauen untereinander“. Was spricht eigentlich dagegen, hier die allerhöchsten Maßstäbe anzusetzen? Es entspricht ziemlich genau dem, was ich erwarte, wenn ich die beste Kita für mein Kind suche.

Noch ein zweiter Aspekt ist mir nicht weniger wichtig: die Ansprüche an Sozialunternehmen sind hoch, und das ist gut so. Allerdings werden sie zur Zerreißprobe, wenn wir unterschiedliche Maßstäbe an klassische Branchen und an Sozialbetriebe anlegen. Organisationen der Sozialarbeit sollen, um Steuergelder zu sparen, profitabel arbeiten – aber auf keinen Fall profitorientiert. Darüber hinaus sollen sie bitte in Bezug auf Immobilien, Firmenfahrzeuge und andere notwendige Ausgaben bescheiden sein – aber bitte ebenso erfolgreich wie Bosch, Siemens oder der Kettensägenexporteur Stihl. Viele Unternehmen der Sozialarbeit – also Anbieter von gesellschaftlich lebenswichtigen Kernleistungen wie Bildung, Betreuung und Begleitung – sind angesichts völlig veränderter Rahmenbedingung verunsichert. Was dürfen wir? Was sollen wir? Was wird von uns erwartet?

Einen Vortrag zum Thema „Social Entrepreneurs“ hatte ich mal unter das Motto gestellt: „Was Siemens von der Kita um die Ecke lernen kann“, nämlich Dialogfähigkeit und eine unvergleichbare und sehr direkte Nähe zum Kunden. Und was kann die Kita von Siemens lernen? Vielleicht allerhöchste Ansprüche an seine Mitarbeiterschaft zu stellen? Eher nicht, ich weiß nämlich zufällig, dass eben dies in den Kitas des Stadtteilzentrum Steglitz sowie in vielen anderen privaten, städtischen und kirchlichen Kitas längst üblich ist. Nur sagen darf man’s offensichtlich nicht.

Briefe ans Management, Teil 9 Liebes Management, hier kommt die HOME Office Routemap.

Die HOME Office Routemap gibt uns Orientierung. Wir sehen hier auf einen Blick die vier Felder des Managements und können unterschiedlichen Situationen das passende Modell zuordnen:

  • Im ersten Feld gedeiht OPTIMIERUNG am besten, hier werden Prozesse solange verbessert, bis sie zu ausgereiften Routinen werden. Und sofern die Rahmenbedingungen stabil bleiben, werden erprobte Rezepte funktionieren. Es ist das Feld des PROZESSMANAGEMENTS. Es ist das Feld, das unserem Unternehmen heute das Überleben mit den Erfahrungen von gestern sichert.
  • Im zweiten Feld gedeihen LÖSUNGEN komplizierter Probleme. Nach sorgfältiger Analyse durch Experten erwachsen zielorientierte Lösungsstrategien, deren Erfolg nach ihrer Umsetzung kontrolliert werden kann. Es ist das Feld des KLASSISCHEN linearen und zielorientierten MANAGEMENTS.
  • Im dritten Feld entscheidet sich Zukunft, die wir zwar nicht kennen, aber beeinflussen können, es ist der Feld der ENTWICKLUNG: neue Produkte, neue Märkte, neue Strategien werden hier erdacht, ausprobiert, verworfen und neu zusammengesetzt. Im dynamischen Feld der Komplexität funktionieren EFFECTUATION und die BLUE OCEAN Strategie. Die Prinzipien von Effectuation (a. Mittelorientierung statt Zielorientierung, b. Kalkulation des leistbaren Verlustes statt des erwarteten Gewinns, c. der Nutzen von Umständen und Zufällen, d. das Eingehen von Partnerschaften und Vereinbarungen) halten Risiken im Zaum und treiben Entwicklung voran.
  • Führung benötigt ein Unternehmen in unterschiedlichen Situationen, gedeihen kann FÜHRUNGSKULTUR ausgerechnet im Chaos. Wenn es brennt entscheidet sich, wer die Ruhe bewahrt, wer vorgeht und nicht zuletzt: wer in der Lage ist zu folgen. Nur gemeinsam lassen sich chaotische Situationen in geordnete Bahnen lenken.

HOME Office Routemap
Mit HOME Office können wir nicht nur unterschiedliche Situationen identifizieren und Wege erkennen. Manchmal lassen sich Probleme sogar durch die Räume tragen: wie ein weißes Blatt Papier erscheint das Problem dann in jedem Raum in anderem Licht. Ein Beispiel aus der Praxis: der hohe Krankenstand in Schulen und Kitas wirft Pläne immer wieder über den Haufen. Die Lösungsansätze können ganz unterschiedlich aussehen:

  • OPTIMIERUNG: Wir konzentrieren uns darauf, die Abläufe bei Personalausfall zu verbessern. Wer kann wann noch schneller einspringen, wo können Schüler mit vorbereiteten Ersatzaufgaben beschäftigt werden?
  • LÖSUNG: Wir analysieren gemeinsam mit Experten in Ruhe das Problem. Welche Ursachen hat der hohe Krankenstand? Wo lassen sich Lösungsansätze finden?
  • ENTWICKLUNG: Möglicherweise ergeben sich vollkommen neue, revolutionäre Ansätze, um mit diesem Problem umzugehen? Gibt es irgendwo auf der Welt Modelle, die wir noch nicht kennen? Studienreisen, Entwicklungszirkel, Expertenanhörungen aus fremden Branchen: die Möglichkeiten sind unendlich – wir müssen sie nur entdecken und ausprobieren.
Herzlichst – Ihr Oliver Schmidt

<a href="http://blog helpful hints.zwo-punkt-null.de/wp-content/uploads/2014/11/HOME-Office_Sudie_02-23.jpg“>

Das Managementmodell HOME Office wird in den Briefen ans Management an dieser Stelle immer wieder erläutert und weiterentwickelt. Es bietet eine neue Perspektive auf Unternehmen und Organisationen:

  • Gründer können mit HOME Office die komplexen Aufgaben, die vor Ihnen liegen, besser einschätzen und so die wichtige Phase der ersten Jahre effektiver gestalten.
  • Mit HOME Office gestalten Geschäftsführer die ihnen anvertraute Organisation so, dass tägliche Arbeitsroutinen und dynamische Unternehmensentwicklung miteinander funktionieren, statt untereinander zu konkurrieren. Sie selbst können sich auf wesentliche Zukunftsfragen konzentrieren.
  • Das Management einer Organisation kann mit HOME Office anstehende Aufgaben besser beurteilen erforderliche Ressourcen effizient einteilen.
  • Unternehmen können mit HOME Office sowohl ihre interne Kommunikation zwischen Belegschaft und Management als auch die Verständigung mit Geschäfts-partnern klar und verständlich gestalten.
  • Mit HOME Office können Mitarbeiter ihren Arbeitsbereich als funktionierenden Teil der gesamten Organisation ausfüllen und gestalten.

Die HOME Office Perspektive vereint unterschiedliche Managementmodelle miteinander und harmonisiert vorhandene, sich scheinbar widersprechende Unternehmenskulturen.

Briefe ans Management, Teil 8

Liebes Management,

vergiss mal all Deine Prognosen.

Denkspiel: Wir gründen ein Café (als Beispiel zum Thema „Berechenbarkeit von Umgebungen“)

Stellt Euch vor, liebes Management, an einem belebten Platz in der Innenstadt gibt es fünf Cafés, die offensichtlich bestens laufen, alle haben ein ähnliches Angebot. Ihr plant die Eröffnung eines sechsten Cafés am Platz, denn Ihr sagt Euch: „Bei gleicher Lage, gleicher Größe und vergleichbarem Angebot ist der Erfolg berechenbar“. Gehen wir einmal davon aus, dass die angestammten Betreiber so freundlich sind, uns Einblick in deren Buchhaltung zu gewähren – jetzt haben wir das perfekte Material um in einem Businessplan Prognosen unserer Umsätze und Erträge zu berechnen. Stimmt’s?

Vorsicht: Wir betreten als Gründer immer Neuland. Allein die Tatsache, dass Euer Café neu ist, ergibt fundamentale Unterschiede hinsichtlich Bekanntheitsgrad (schlecht!), Image (nicht vorhanden!) und Team (unerfahren!). Schlechte Karten? Nein! Erkennt Ihr nicht die unschätzbaren Vorteile, die Ihr dadurch Euren Konkurrenten gegenüber habt? Ihr seid beweglich, Euer Konzept ist noch nicht eingefahren, der Teamspirit ist noch durch den Slogan „Auf zu neuen Ufern“ geprägt.

Unsere Strategie sieht jetzt so aus: Wir setzen uns in die Cafés, die es bereits gibt, und stellen uns fünf Fragen:

  1. Was gefällt mir? (Das mache ich auch)
  2. Auf was könnte ich verzichten, obwohl es als „üblich“ gilt? (Das lasse ich weg)
  3. Wovon wünsche ich mir etwas mehr? (Das betone ich)
  4. Wovon wünsche ich mir etwas weniger? (Das minimiere ich)
  5. Was fehlt, weil es „üblicherweise“ in Cafés nie Teil des Angebots ist (Das erfinde ich)

Wer aus dieser Perspektive Gastronomie betrachtet, könnte Restaurants ohne Bedienung (McDonalds) oder zum Hineinfahren (Drive-in) erfinden – wenn es sie nicht schon gäbe. Was erfinden wir? Die hier angestellten Überlegungen beruhen auf der Blue Ocean Strategie zur Entwicklung von Produkten und Märkten.

Nicht alles ist berechenbar
  • Kennt Ihr den Preis für Öl in 18 Monaten?
  • Wisst Ihr, wie hoch die Zinsen in einem Jahr sein werden?
  • Könnt Ihr den Arbeitsmarkt für Euer Fachgebiet in 5 Jahren vorhersagen?

Nein? Niemand kann das. Und doch ist die Welt voller Prognosen darüber und über tausende ähnliche Fragen.
Wenn wir ein Unternehmen gründen oder ein Projekt durchführen wollen, können wir, der Mehrheit folgend, schauen welche als seriös geltenden Institutionen (Marktforschungsinstitute, Universitäten, Rankingagenturen) übereinstimmend welche Aussagen zu einer bestimmten Frage treffen. Ein beliebtes Auswahlkriterium ist hier die Frage: wie genau trafen Vorhersagen dieses Institutes in der Vergangenheit ein?

Aus unseren so abgesicherten Informationen entwickeln wir nun eine Geschäftsidee, wir schreiben einen Businessplan mit strategischen und monetären Zielen und errechnen darin den zu erwartenden Gewinn.
Banken, Versicherungen und Immobilienwirtschaft sind nach diesem System – nennen wir es klassisches Management – vorgegangen, das Ergebnis ist bekannt. Nicht nur die sogenannten „Geldinstitute“, nein, ganze Staaten wollten gerettet werden und müssen quasi über einen Tropf mit hektisch gedrucktem Geld versorgt werden.

Die Erklärung der Banker: „Wir konnten ja nicht wissen, dass sich die Rahmenbedingungen ändern.“ Wirklich nicht? Rahmenbedingungen ändern sich immer, mal schnell mal langsam. Das weiß jeder Mensch, wir hätten jeden Händler, Betriebswirtschaftler und jede Hausfrau fragen können. Wir können nur häufig keine Aussage darüber treffen, wie und in welche Richtung sich Rahmenbedingungen verändern.

Effectuation bezieht die Tatsache veränderlicher Umgebungen nutzbringend ein, statt sie zu ignorieren oder sich dagegen zu wappnen. Dem Prinzip der Umstände und Zufälle folgend, lässt mein Projekt sich durch Impulse inspirieren und vorantreiben, statt sie als Störung beim erreichen fester Ziele zu betrachten (Mehr zu Effectuation in diesem Blog. Webinar zu Effectuation auf diplomero)

Wohin damit?

Home Office ordnet Managementsysteme und -strategien wie Qualitätsmanagement, klassische Zielorientierung, Effectuation oder Blue Ocean in sein System ein. Durch die Zuordnung zu einem Raum im HOME Office wird die jeweilige Anwendung sinnvoll und praktikabel.