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Zum Nikolaustag

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In der Zeit, als Nikolaus bereits Bischof von Myra war, brach eine Hungersnot über das Land herein, es hatte zu lange Zeit nicht geregnet. Es ergab sich aber, dass ein mit Korn voll beladenes Schiff im Hafen anlegte. Die Rettung? Mitnichten!

Der Kapitän war nicht bereit, auch nur einen einzigen Sack Getreide herauszugeben. Er stand selber unter Druck: seine Rederei unterstand dem Kaiser – sollte er sich des Diebstahls schuldig machen und die Todesstrafe riskieren?

Da wurde der Bischof selbst bei ihm vorstellig. Auch er hatte eine höhere Autorität mitgebracht: Gott. Und er gab im entscheidenden Moment dem Kapitän ein gewagtes Versprechen: wenn die Bewohner von Myra ein paar Säcke von Bord tragen dürften, dann würde am Ende doch nicht ein einziger Sack an der Ladung fehlen: „Ihr könnt den armen Menschen ruhig etwas abgeben. Keiner von euch kommt ins Gefängnis oder wird getötet. Ihr könnt mir vertrauen.“ Er versprach nicht weniger als ein Wunder. War es Verzweiflung, oder der Glaube an seinen Dienstherren?

Der Kapitän jedenfalls gab nach und lies ordentlich Korn vom Bord tragen. Und als das Schiff später Konstantinopel erreichte, da fehlte tatsächlich kein einziger Sack.
Heute würde hoffentlich eine Telefonkonferenz zwischen Kapitän, Bischof und Kaiser die Situation schnell und einvernehmlich klären, damals aber war der Kapitän in der furchtbaren Situation, sich zwischen dem Tod vieler Menschen und seinem eigenen entscheiden zu müssen. Er ging ein hohes persönliches Risiko ein. Und Gott? Der ist eigentlich immer zugeschaltet. Er schenkt uns das Wunder, dass Getreide sich von selbst vermehrt, jeden Tag. Das ist für mich der Kern der Geschichte: Getreide wird mehr, je öfter Menschen es untereinander teilen. Die Geschichte vom Bischof Nikolaus und dem mutigen Kapitän ist auch eine Geschichte der Nachhaltigkeit.

P.S.: Teilen Sie gerne diesen Artikel. Auch er wird nicht kleiner dadurch sondern vermehrt sich – Wunder der Technik!
😉