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Ich hab keinen Plan…

…dafür aber ne Leinwand.

Canvas (engl.: Leinwand) ist eine Darstellungsform für Geschäftsmodelle, die – zu unrecht wie ich finde – dem klassischen Businessplan gegenübergestellt wird.

Der Businessplan, wie die Welt ihn kennt und Banker ihn lieben, gibt, wenn er gut ist, Auskunft über das Produkt, den Kundennutzen, Zielgruppen, die Marktsituation, Finanzierungsfragen und vieles mehr. Er geht dabei sehr tief, bis hin zu detaillierten Auskünften über Liquiditäts-, Zins- und Tilgungsplanung. Nur: wer will das wissen? Na, spätestens der Venture Capital Typ, den ich um ein paar Milliönchen anhaue.

Wenn’s aber nicht so ins Detail gehen soll, zum Beispiel bei dem Erstkontakt mit potentiellen Partnern, einer Präsentation oder auch bei einem internen Arbeitsmeeting, wenn nicht Zahlenkolonnen und ausführliche Lebensläufe gefragt sind, sondern Zusammenhänge, dann kommt der Business Model Canvas ins Spiel. Und der beschreibt vor allem eins: Beziehungen. Und das geht so:

 

Im ZENTRUM des Canvas steht das Angebot, das wir machen. Hierbei ist wichtig, nicht nur den Kernnutzen (ein PKW fährt mich von A nach B) sondern vor allem die wichtigen weiteren Nutzendimensionen schildern: Fahrspaß, Ausflüge gemeinsam mit Anderen, entspannte Urlaube mit der Familie, der Nachbar wir grün vor Neid, und so weiter. Das pralle Leben eben.

 

Drumherum werden weitere Fragen gestellt:

1. WIR UND DER KUNDE

  • Wer sind unsere Kunden? Welche Erwartungen habe sie? Wie können sie ihre Erwartungen und Probleme, außer durch mich, noch lösen (Konkurrenz)?
  • Wie wollen und können wir die Kundenbeziehungen gestalten (persönlich oder automatisiert, lebenslang oder einmalig, etc.)
  • Über welche Kanäle kommunizieren und liefern wir unsere Ware? Haben wir Filialnetze, oder geht’s per Mausklick, morgen wird geliefert?

 

2. UNSERE INTERNEN PROZESSE

  • Mit welchen wichtigen Partnern werden wir zusammenarbeiten (Forscher, Lieferanten, Filialisten etc)?
  • Was sind die wichtigsten Prozesse unseres Geschäftsmodells (Produktion, Einkauf, Lieferung, Kundenbetreuung etc)
  • Was sind die wichtigsten Ressourcen, die unser Geschäftsmodell zum Leben benötigt?

 

3. FINANZEN (and that is what it’s all about!)

  • Woher kommt das Geld zu uns?
  • Wohin fließt es und bleibt was übrig?

 

 

Was in der Auflistung oben noch aussieht wie ein klassischer Businessplan mit schmerzhaften Lücken ist in Wirklichkeit ein übersichtliches Beziehungsmodell zwischen den Grundbausteinen einer Geschäftsidee – dazu wird es am besten in die Business Model Canvas Form gegossen:

<a href="http://blog how to slim down fast.zwo-punkt-null.de/wp-content/uploads/2014/01/Bild-1.png“>Business Model Canvas

Business Model Canvas

Der Businessplan-Wettbewerb Berlin-Brandenburg (BPW) hat das oben beschriebene Modell in seinen Wettbewerb aufgenommen und stellt den Teilnehmern frei, ob sie einen klassischen PLAN oder einen CANVAS einreichen. Der BPW ist der führende Wettbewerb seiner Art im deutschsprachigen Raum und fällt gerne dadurch auf, das er führende Trends in seine Abläufe integriert.

Ich werde an dieser Stelle weiter über Erfahrungen im praktischen Umgang mit dem Business Model Canvas berichten.