Briefe ans Management, Teil 2

Liebes Management,

unsere wichtigste Ressource ist die Zukunft.

Dies gilt für Unternehmen ebenso wie für Staaten, Individuen oder Familien. Offensichtlich ist: wir sitzen in einem Boot, denn nicht jeder hat seine eigene Zukunft, wir haben im Wesentlichen eine gemeinsame. Nimmt einer aktiv Einfluss auf seine Zukunft (und das tut jeder natürlich durch Handeln oder Unterlassen permanent), beeinflusst er die Zukunft aller. Reden wir also über unsere Zukunft.

Jeder Unternehmer weiß: um eine Ressource zu managen, müssen wir sie kennen. Wann ist das Heizöl lieferbar? Wieviel wiegt das Buch und was kostet der Versand? Woraus besteht eigentlich „Rockpaper“ – ist es wirklich Papier aus Stein und kann ich es meinem Kunden als ökologisch anpreisen?

Wie gut kennen wir unsere wichtigste Ressource, die Zukunft? Seit Menschengedenken wollen wir möglichst viel über sie wissen, wir befragen Orakel die früher Delphi und später „Gesellschaft für Konsumforschung“, „Nielsen“ oder „Infratest“ hießen. Tatsache aber ist auch: je mehr Wissen sich die Menschheit aneignet, desto größer wird die Ungewissheit. WISSEN und UNGEWISSHEIT scheinen fast, so widersprüchlich das zunächst klingen mag, synonym für unsere Betrachtung der Zukunft zu stehen.

Als wir alle wussten, dass Gott die Welt in sechs Tagen schuf und am siebten frei machte, gab es kaum noch offene Fragen. Später wuchs mit jeder neuen Erkenntnis gleichzeitig auch die Erkenntnis der eigenen Ungewissheit, denn hinter jedem Geheimnis, das wir entschlüsselten, entdecken wir ein Dutzend neuer. Anstrengend, sich von Denkern, Forschern und Entdeckern über die Jahrhunderte immer wieder das Weltbild zertrümmern zu lassen, in dem wir es uns gerade erst gemütlich gemacht hatten.

Mit der Erforschung von Zukunft, also dem Erlangen von Gewissheiten, ist es so eine Sache, denn eigentlich wollen wir oftmals gar nicht so genau wissen, was da auf uns zukommt. Unternehmer scheuen sich häufig, Fragen zu stellen, wenn die Antworten unangenehm ausfallen könnten. Oder, auch dies kommt oft vor, ihnen fallen die richtigen, die wichtigen Fragen gar nicht erst ein. Wir fühlen uns behaglich, wenn wir uns in Unwissen eingerichtet haben. Zu wissen, dass Gott sein Himmelzelt über unserer Erdscheibe aufgespannt hat während er in den oberen Sphären Engel über uns wachen lässt, war ein gutes Gefühl. So oder so ähnlich muss sich das Management von Kodak und Nokia gefühlt haben, als sie Weltmarktführer waren. Beide Firmen haben Unsummen für Marktforschung ausgegeben und dabei offensichtlich die falschen Fragen gestellt. Marktforschung ist in komplexen Situationen keine Lösung.

Es entspricht einem menschliches Bedürfnis, sich auf gewisse Konstanten zurückzuziehen. Abläufe werden wiederholt, als bewährte Rezepte weitergegeben und aufbewahrt. Das funktioniert genau so lange, wie die Rahmenbedingungen stabil bleiben. Ändern sie sich, funktionieren auch die Rezepte nicht mehr. Habe ich statt dem elektrischen Backofen einen Gasherd, verbrennt der Käsekuchen plötzlich an der Oberfläche, während er innen noch flüssig ist – ich muss entweder das Rezept anpassen, oder für eine Wiederherstellung der Rahmenbedingungen sorgen. Oder – dritte Möglichkeit – ich mache etwas völlig anderes, zum Beispiel auswärts Kuchen essen. Oder Diät.

Die Situationen, vor denen wir im Leben stehen, sind mal mehr, mal weniger kompliziert. Entsprechend lässt sich die Zukunft mal mehr, mal weniger voraussagen oder gar beeinflussen. Wann ist es sinnvoll, auf bewährte Rezepte zu setzen, wann ist es erfolgversprechender, Neues zu probieren?
HOME Office heißt eine neue Perspektive auf unser Unternehmen, unser Projekt oder auch auf einen größeren Zusammenhang, wie zum Beispiel die hiesige oder die globale Wirtschaft. HOME Office stellt sich der Frage wie vorhersagbar Zukunft ist – und hilft bei ihrer Beantwortung. Bald mehr dazu hier im Blog.

Herzlichst – Ihr Oliver Schmidt

HOME Office

Das Managementmodell HOME Office bietet eine neue Perspektive auf Unternehmen und Organisationen:

  • Gründer können mit HOME Office die komplexen Aufgaben, die vor Ihnen liegen, besser einschätzen und so die wichtige Phase der ersten Jahre effektiver gestalten.
  • Mit HOME Office gestalten Geschäftsführer die ihnen anvertraute Organisation so, dass tägliche Arbeitsroutinen und dynamische Unternehmensentwicklung miteinander funktionieren, statt untereinander zu konkurrieren. Sie selbst können sich auf wesentliche Zukunftsfragen konzentrieren.
  • Das Management einer Organisation kann mit HOME Office anstehende Aufgaben besser beurteilen erforderliche Ressourcen effizient einteilen.
  • Unternehmen können mit HOME Office sowohl ihre interne Kommunikation zwischen Belegschaft und Management als auch die Verständigung mit Geschäfts-partnern klar und verständlich gestalten.
  • Mit HOME Office können Mitarbeiter ihren Arbeitsbereich als funktionierenden Teil der gesamten Organisation ausfüllen und gestalten.

Die HOME Office Perspektive vereint unterschiedliche Managementmodelle miteinander und harmonisiert vorhandene, sich scheinbar widersprechende Unternehmenskulturen.

 

In den Briefen ans Management geht es um…
  1. …eine Wende im Management
  2. …aktuelle gesellschaftliche Entwicklungen und unsere Rolle darin
  3. …Situationen, ihre Komplexität und die daraus resultierende vorhersagbarkeit von Zukunft
  4. …eine neue Sicht auf Personal und Persönlichkeit
  5. …die Implementierung von Nachhaltigkeit in Unternehmen