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quanto costa levitra 10 mg in farmacia Durch die Nacht zur Morgenröte, gemeinsam.

Die große Zahl von Flüchtlingen aus Krisengebieten erfordert zurzeit die Mobilisierung vieler deutscher und europäischer Ressourcen. Steuererhöhungen werden unvermeidlich sein, auf staatliche wie zivile Organisationen werden weitere Belastungen zukommen – und das ist gut so. order cheap online levitra

Irgendwann um das Jahr 1800 herum war die Bevölkerung Europas durch globale Erwärmung (das Ende der sogenannten „Kleinen Eiszeit“) und neue landwirtschaftliche Produktionsprozesse so stark angestiegen, dass es zur Belastung wurde. Alle Mäuler wurden zwar halbwegs gestopft, an Kleidung aber, die damals überwiegend noch aus Leder und Filz hergestellt wurde, mangelte es.

Es war ein neuer Rohstoff, der Schwung in die Sache brachte, oder besser: Aufschwung. Baumwolle aus Übersee lies sich leichter herstellen, transportieren und verarbeiten. Dass viel mehr Menschen als früher nicht nur mit Nahrungsmitteln und Unterkünften versorgt werden mussten, sondern auch mit trockener, wärmender Kleidung, wurde nicht von allen auf Anhieb als Chance betrachtet, es war ja auch eher Belastung. Das Gute an der Situation war, dass erst der Bevölkerungsschub einsetzte und dann, mit einiger Verzögerung, die Bedarfsdeckung. Als später zum innovativen Rohstoff auch noch Webstühle, Dampfmaschinen und moderne Transportlogistik hinzukamen, konnten sich die „Zusätzlichen“ quasi selbst versorgen. Sie arbeiteten nicht mehr nur in der Landwirtschaft, sondern in Manufakturen, Speditionen und Verwaltungen. Aus Mäulern, die nach Brot schreien, wurden Arbeiter, Weber, Fahrer, Tagelöhner und Steuerzahler.

Es ist kein Märchen mit Happy End, eher eine Neverending Story. Alle 50 Jahre bringt ein neuer Rohstoff in Verbindung mit einer innovativen Technologie einen konjunkturellen Aufschwung – und damit eine tiefgreifende Veränderung etablierter gesellschaftlicher Strukturen. Im oben beschriebenen Beispiel war nicht alles gut, im Gegenteil. Sozial blieb kein Stein auf dem anderen, für die meisten Menschen, deren Familien und deren Arbeitsumfeld änderte sich so ziemlich alles: Die Art zu arbeiten, zu wohnen, Interessen durchzusetzen und das bisschen Freizeit miteinander zu organisieren. Es war die Zeit, in der in Deutschland die Vereine und Verbände entstanden. Menschen organisierten sich neu und versuchten dabei aus dem alten Leben zu retten, was zu retten war. Nur kurze Zeit später kam in Europa mit der Dampfmaschine und der Eisenbahn schon die nächste Revolution, die industrielle.

In der jüngeren deutschen Geschichte gibt es ein weiteres Beispiel dafür, dass wir erst gemeinsam durch ein Tal schreiten müssen, um einen Gipfel zu erklimmen. Und wenn wir ihn erreicht haben, ist aus uns ein anderes WIR geworden.
Von 1945 – 1950 erreichten 14 Millionen Menschen auf der Flucht ihre Ziele in Deutschland und Österreich. Mit offenen Armen wurden sie in der Regel nicht empfangen, „wir“ lagen ja selbst moralisch und finanziell am Boden, da konnte mit zusätzlichen Bedürftigen niemand etwas anfangen. Gesammelt in Lagern, begann ihre Integration: Kinder gingen in die Schule, ab 14 Jahren auch zur Arbeit, Erwachsene auf die Felder und Fabriken. Das deutsche Wirtschaftwunder, das in den 50er Jahren einsetzte, wäre ohne diese Arbeitskräfte nicht vorstellbar. „Wir sind Weltmeister“, hieß es 1954. Und das Wir war ein anderes geworden.

Als Berater wissenschaftsbasierter und technologisch orientierter Startups habe ich das große Privileg, moderne und weitblickende, häufig noch sehr junge Menschen kennenzulernen und auf ihrem Weg in die Selbstständigkeit begleiten zu dürfen. Eines dieser Teams entwickelt zurzeit eine hochinnovative Lösung für Herausforderungen im Finanzsektor. Auf der Suche nach einem Programmierer wurden sie auf der Plattform „Workeer – Die erste Jobbörse für Geflüchtete und Arbeitgeber“ fündig. Ein junger Mann aus einem der Länder, die gerade von Krieg und Terror überzogen sind, ist ein genialer IT Entwickler. Er spricht nur etwas Deutsch, hervorragend Englisch und ist bereits jetzt von großen IT Unternehmen umworben. Er hat sich für das kleine Startup entschieden. Warum? Ich weiß es nicht. Vielleicht hat er verstanden, dass wir, wenn wir die Nacht durchwandern, als neue Gemeinschaft die Morgenröte schauen können.

Fazit:
Flüchtlinge nerven manchmal und kosten jede Menge Geld und Anstrengung. Unseren Wohlstand aber können wir in einer Welt, die sich so schnell verändert wie nie zuvor, nicht erhalten, indem wir Mauern ziehen. Wachstum braucht Arbeitskraft und neue, innovative Impulse und Perspektiven. Deutschland hat 80 Millionen Einwohner und wird in den kommende 50 Jahren auf 60 Millionen schrumpfen, ein Großteil davon Rentner. Unseren Wohlstand können wir uns an die Backe schmieren. Es sei denn, wir haben den Mut, in Flüchtlingen das zu sehen, was sie sind und sein wollen: Mitmenschen, Bürger auf der Suche nach Freiheit, Gerechtigkeit und Wohlstand, Arbeitskräfte, Steuerzahler, Eltern und so weiter. Eine andere Chance haben wir nicht, denn vor jedem Aufschwung kommt ein Tal.

Dies ist die Vertiefung des Artikels „Durch die Nacht zur Morgenröte“, der am 7. Oktober auf Startupbrett erschienen ist.

Lieber Hermann

Die Redaktion meines drittliebsten Senders Radio Eins twitterte kürzlich: „Die Praxis sollte das Ergebnis des Nachdenkens sein, nicht umgekehrt. #HermannHesse“

Liebe Radio Eins Redaktion, lieber Hermann Hesse, der Du mit Siddhartha den Gott meiner Jugend schufst, hierzu stellen wir folgendes fest: Es ist meist umgekehrt, da kommt das Nachdenken entweder überhaupt nicht, oder erst hinterher. Und das ist gut so.

Nehmen wir als Bild zur Veranschaulichung der Schrittfolge von Nachdenken und Handeln eine Situation aus der klassischen Markt- oder Verhaltensforschung, den Kaufentscheidungsprozess. Der läuft in der Regel so ab, dass ich etwas kaufe, ohne vorher oder hinterher groß in Exerzitien zu gehen. Der Ablauf lässt sich übersichtlich so beschreiben:

Ich kaufe einen Schokoriegel. Punkt.

Beim Kauf eines Schokoriegels gehe ich kein hohes Kaufrisiko ein. Ich kenne das Produkt aus Erfahrung, der Preis ist niedrig, deshalb agiere ich spontan, sobald Lust und Angebot zusammenkommen.
Der Ablauf ändert sich erst, wenn mich im Nachhinein etwas Unvorhergesehenes aus der gewohnten Bahn wirft, der Schokoriegel von meinen Erwartungen abweicht, oder ein äußerer Umstand die Situation beeinflusst. Äußert sich beispielweise nach dem Kauf jemand über Kalorien oder Umweltbelastung durch Verpackung, könnte Nachdenken tatsächlich eine unerwartete Nebenwirkung sein. Der Ablauf ist dann der:

Ich kaufe einen Schokoriegel. Ich bewerte den Kauf nachträglich.

Die Nachkaufbewertung wird durch positive oder negative Normabweichung ausgelöst, wobei Abweichung von der Norm in der Regel negativ empfunden wird. Sollte ein Snickers überraschenderweise leckere Rosinen enthalten, wäre ich trotzdem nicht erfreut. Standardisierung ist in der Lebensmittelindustrie eines der höchsten Qualitätsversprechen (wie traurig, wenn wir uns daran erinnern, wie unterschiedlich Äpfel, Kartoffeln oder die Pfannkuchen unserer Großmütter früher beschaffen waren).

Erst wenn ich ein hohes Kaufrisiko eingehe, denke ich vorher darüber nach. Vor dem Kauf eines Autos ziehe ich die Familie, Freunde und meinen Steuerberater zu Rate, vergleiche Modelle, Preise und Finanzierungsmöglichkeiten mache Probefahrten – bis zu einem Jahr kann sich der Prozess des Nachdenkens hinziehen.

Ich wäge die Anschaffung eines Autos ab und entscheide. Ich kaufe ein Auto. Ich bewerte den Kauf nachträglich.

Das ist im Management und überhaupt im Leben nicht anders. Würden wir über jede Handlung nachdenken, ich säße wahrscheinlich zwei Tage an diesem kurzen Artikel. Stattdessen fliegen meine Finger wie von Geisterhand gesteuert – nein, gejagt – über die Tastatur, die Gedanken rufen im Vorbeiflüchten „Endlich frei, endlich raus!“ – und manifestieren sich sogleich am Bildschirm. Die Bewertung meines Handelns aber, das Nachdenken darüber, findet anschließend statt – ich schaue noch mal drüber. Und sollte ich jetzt negative Reaktionen bekommen, denke ich über diesen Artikel wahrscheinlich noch einmal ganz anders nach.

Es sind die Handlungsroutinen, die uns befreien von der Qual des Denkens, Grübelns und Zauderns. Erfahrene Entrepreneurs handeln intuitiv, denn Intuition ist destillierte Erfahrung. Wo andere erst Analysen studieren und Strategien entwickeln, sind geübte Unternehmer schon einen Schritt weiter – da sollte man sich manchmal einfach auf die alten Säcke verlassen (ja, lieber Leser, hier bekommt mein Artikel seine autobiografische Note).

Und manchmal, und diese Situationen wird Hermann Hesse gemeint haben, sollte erst gedacht und dann gehandelt werden. Der Zögernde ist manchmal einfach ein kluger Mensch.

I have a Dream…

…und der geht so: war ich doch neulich beim Arzt zum Jahres-Check und musste trotz vereinbarten Termins anderthalb Stunden warten. Es war das reine Vergnügen, die Sprechstundenhilfe brachte mir einen Kaffee, die Zeit konnte ich dank kostenlosen Praxis WLANs nutzen. Zu guter Letzt wurde ich, glaube ich, sogar an zwei Pensionären, denen die Wartezeit nicht ganz so übel aufstößt, vorbeigeschleust. So geht Service.

Das erinnerte mich an einen Tag vor ein paar Wochen, da fielen ungewollt drei Termine auf denselben Vormittag: Kinderarzt, Schularzt und Schornsteinfeger. Nicht so leicht, meine Frau und ich arbeiten beide. War dann aber kein Problem, der Kinderarzt verschob den Termin auf 18 Uhr und konnte problemlos auch die Schulfähigkeit bescheinigen, die paar Sprach- und Reaktionstests sind natürlich Teil der medizinischen Grundausbildung. Und der Schornsteinfeger? Der kam um 21 Uhr zu uns und erklärte, bei so vielen Berufstätigen und Selbstständigen sei das längst Teil seines Serviceangebotes, zumal ja die Arbeit im Heizungskeller und fast nie auf dem Dach stattfindet.
Ende des Traums.

Natürlich kümmerte sich im Wartezimmer keine Sau um mich, die Sprechstundenhilfe war eher erstaunt, als ich vorsichtig nachfragte, wann ich denn mal dran sei. WLAN? Nö, aber Handyverbot, wahrscheinlich um die Rentner nicht beim Lesen der Gala zu stören. Während der Untersuchung (Urologe) wollte ich dann keine weitere Beschwerde vorbringen, erschien mir irgendwie nicht der richtige Zeitpunkt.

Der Tag mit den drei Terminen zur gleichen Zeit verlief auch nicht so traumhaft. Meine Frau hielt für den Schornsteinfeger die Stellung, ich fuhr mit meiner Tochter zum Kinderarzt und den Schularzt haben wir auf einen anderen Vormittag verschoben. Flexibel waren an diesem Tag nur wir.

Das Absurde ist, dass jeder der hier so ungnädig beschriebenen Dienstleister von seiner eigenen Servicequalität überzeugt ist, ohne die Kunden jemals gefragt zu haben. Bevor mich jemand missversteht, es geht hier nicht um meinen Frust mit Ärzten und Schornsteinfegern, sondern um Geschäftsmodelle. Ebay, Starbucks und Uber haben keine neuen Erfindungen präsentiert, keine ausgetüftelten Patente. Sie haben an alten Geschäftsmodellen – Versteigerung, Café, Taxi – eine kleine Stellschraube geändert, zum Beispiel die Kundenbeziehung oder den Vertrieb. Damit haben sie eine neue Welt geschaffen und eine alte erschüttert. Unschwer vorauszusehen, dass Ärzte bald Termine auch um 18 Uhr vergeben oder wieder, wie früher, Hausbesuche machen werden. Kitas werden 24 Stunden öffnen und der Schornsteinfeger kommt um 21 Uhr. Nur wird unser lieber Schorni – äh, Entschuldigung, Bezirksschornsteinfegermeister – in diesem Szenario vermutlich keine Rolle spielen, der wettert lieber über die verantwortungslose Liberalisierung des Marktes. Aber die Zeit wird kommen, bald, sie ist eigentlich schon da.

Was bleibt von Dir?

Noch so ein Gesprächsfetzen, der hängenblieb und mich seither beschäftigt. Es ging um dies und das im Gespräch zwischen mir und dem großartigen und großherzigen Journalisten, Moderator und Medienarchitekten Kai Schächtele, es ging um Geschäftsmodelle, Täler und Gipfel des Lebens und offenbar auch um Wahrscheinlichkeitsrechnung. Jedenfalls stellten wir fest, dass uns beiden Carl Friedrich Gauß ein Begriff ist – Kai, weil er Mathematik Leistungskurs hatte und mir, weil ich bei meinen Beobachtungen zu Management über Gauß und die Glockenkurve der Normalverteilung gestolpert bin (für diejenigen, die es etwas genauer interessiert, hier der alte Beitrag, der mit Gauß abschließt).

Unser Dialog jedenfalls ging ungefähr so:
Ich: Gauß war ja auch auf dem alten 10 DM Schein abgebildet.
Kai: Ja, und seine Glockenkurve auch.
Ich: Und Du Kai? Was wird neben Deinem Bild auf dem 10 Euro Schein eines Tages abgebildet sein? Was steht für Dich und Dein Wirken?
Kai: Wahrscheinlich ein stilisierter Dialog aus zwei Sprechblasen…

Ja, das passt, denn es beschreibt genau das, was Kai ausmacht. Er redet, schreibt, lässt aber vor allem andere zu Wort kommen und macht dadurch Umstände, Entwicklungen und Zusammenhänge sichtbar. Sollte die D-Mark wiederkommen, ich wäre dafür: der 10-er trägt das Bild von Kai und einem Dialog.

Und ich? Was wird auf meinem Schein zu sehen sein? Ich weiß es nicht.

Und Du, treuer Leser? Was werden wir neben Deinem Abbild sehen? Was ist auf Deinem Schein? Was bleibt uns von Dir?

Gauss

Wachstum

Es sind die Fetzen alltäglicher Gespräche und scheinbar belanglos verlaufender Unterhaltungen, die einen anschließend nicht loslassen. Wundert sich ein gut berenteter Verwandter im Gespräch über Autos, wie teuer die sind und sagt sinngemäß: „Für den Preis eines Golfs von heute bekam man früher einen großen Mercedes“.

Das stimmt. Aber stellen wir die beiden Autos nebeneinander, war zum Beispiel der „Strich Achter“ Benz von 1968 geradezu traurig ausgerüstet – aus heutiger Sicht. Er hatte in der stärksten Version 80 PS, der Käufer eines aktuellen Golf VII kann heute darüber nur lachen. Seine Motorleistung beginnt bei 90 PS und geht bis 185. Wir sind anspruchsvoll geworden, und können das Wachstum unseres Begehrens an PS Zahlen, Wohnbedürfnissen und Mobilität ablesen.

Ein weiteres Beispiel aus einer Talkshow vor ein paar Monaten, es ging um den tatsächlichen oder vermeintlichen Abstieg der Mittelklasse (Menschen, nicht Autos). Eine Teilnehmerin der Runde beschrieb, wie sie ihr eigenes Leben als Weg nach unten wahrnimmt. Ihre Eltern hatten Parkett, sie nur PVC. Ein anderer in der Runde, und das gefiel mir gut, erinnerte sie daran, dass ihre Eltern keinen PC und kein Tablett hatten – das gab es schlicht und einfach noch nicht. Situationen sind eben nur schwer miteinander vergleichbar. Wo es keine Smartphones gibt, vermissen wir sie nicht.

Dabei ist nicht jede technische oder auch optische Entwicklung willkürlich oder gar überflüssig, Autos sind heute nicht nur schneller, sondern auch sicherer. Kostete der Straßenverkehr im Jahr 1968 noch 16.500 Menschen ihr Leben (bei 16 Millionen zugelassenen PKW), waren es 2004 „nur noch“ 4.500 – und das bei mehr als dreimal so vielen Fahrzeugen.

Und doch kommt einem unser Hang (oder Zwang) zum Wachstum vor wie unsere eigene Geißel – wir wuchern, statt zu wachsen.

Naturkundler preisen die Maniok als nahrhaftes Knollengewächs, ähnlich wertvoll wie die Kartoffel, aber auch Reis, Weizen und andere Getreide. Aus heutiger Sicht meint man fast, Grundnahrungsmittel müssten mit Warnhinweisen versehen sein, enthalten sie doch Kohlehydrate (machen dick), wahlweise auch Weißmehl (Allergien!), Zucker oder Fett. Meine Uroma kannte noch den Ausdruck „Gute Butter“, sie hat zwei Weltkriege und eine Flucht überstanden. Heute werden Menschen immer dünner und ihre Autos immer dicker. Heidi Klum macht Werbung für den Geländewagen von VW.

Was sagt uns das? Ich weiß es nicht, wollte Euch diese Gedanken aber nicht vorenthalten.

Zum Wochenende noch ein Video, das mich berührt hat und mir gute Laune schenkte. Achtet auf den Kerl im Bild mit Bart, Bauch und Surfbrett: