Ali geht es besser

Angela Merkel braucht jetzt, nach Sylvester und parteiinternen Streitereien, gute Nachrichten, habe ich kürzlich gelesen. Da ist sie bei mir richtig. viagra levitra taken together

Die gute Nachricht ist: Arman will Koch werden. Auf seiner fünf Jahre dauernden Flucht von Afghanistan nach Deutschland hat er sich häufig mit Arbeiten in Restaurantküchen über Wasser gehalten, er kann Kochen und Kellnern. Gestern war er Gast in einem Ausbildungszentrum für Bioköche. Dabei wirkte er schüchtern, in Wirklichkeit war es nackte Angst, beruhend auf Erfahrungen, die ihn vorsichtig gemacht haben. Offenbar befürchtete er auch, auf Anhieb deutsch kochen und sprechen zu müssen – beides kann er nicht. Aber nicht nur Furcht hat Arman von seiner Reise mitgebracht, auch Menschenkenntnis und eine hohe Motivation. Er wird die Schule besuchen, deutsch lernen und Koch werden. Zurzeit unterstützt er im Flüchtlingswohnheim das Catering.

Auf einer Podiumsdiskussion über Ausbildungschancen für Geflüchtete war wieder einmal kein einziger Flüchtling zur Mitsprache eingeladen. Zum Glück saß Bashar aus Syrien im Publikum und meldete sich bald selbstbewusst zu Wort. Die Anerkennung seines Handwerksberufes dauert nun schon mehrere Monate, dabei will er unbedingt arbeiten. Sein Deutsch war fließend, obwohl er erst seit einem Jahr im Land ist. Die Vertreterin der IHK bemühte sich redlich, das System der Anerkennung von Berufsausbildungen zu verteidigen, aber es ist offenbar kompliziert. Bashar ließ nicht locker, seine höfliche Hartnäckigkeit war beeindruckend. cialis 10mg

Und noch eine gute Nachricht: Ali geht es besser. Er kam gestern mit Herzmuskel- und Mandelentzündung ins Krankenhaus. Der Zustand mancher Jugendlicher ist elend nach ihrem Weg zu uns. Auf dem Weg ins Krankenhaus wurde er begleitet von Ismael, und ich vermute, nicht nur aus Freundschaft. Der junge Syrer möchte nämlich Arzt werden und paukt schon einmal Tag und Nacht deutsche Vokabeln. Der Besuch in einem deutschen Krankenhaus hatte womöglich auch mit seinem Berufswunsch zu tun, das würde zu ihm passen.

Ich möchte in ein paar Jahren bei Arman essen gehen. Bashars charmante Hartnäckigkeit wird uns helfen, unser eigenes, verknöchertes Berufsbildungssystem zu hinterfragen und zu erneuern, damit es wieder das beste der Welt wird. Und Ali? Wird er ein nützliches Mitglied unserer Gesellschaft, irgendwann? Keine Ahnung – er soll erst einmal gesund werden, das wäre eine verdammt gute Nachricht.

Ich schreibe, also bin ich how to get viagra without seeing a doctor

Vermutlich werden die Bosbachs dieser Welt trotz dieses Artikels nicht die nächsten 14 Tage über gute Nachrichten ebenso leidenschaftlich und ununterbrochen diskutieren, wie über die schlechten aus Köln. Und sicherlich werden die Gegner von Merkels Politik in Deutschland und Europa immer noch nicht die riesigen Chancen von Zuwanderung ehrlich den bestehenden Risiken und Schwierigkeiten gegenüberstellen. Ich gebe trotzdem die Hoffnung nicht auf, dass gute Nachrichten, wenn sie auch selten zur Schlagzeile taugen, auf Dauer wahrgenommen werden.

Kein schöner Land

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Briefe ans Management, Teil 11 Liebes Management, heute feiern wir Halloween!

Heute ist Halloween – für viele Kinder meiner Siedlung der größte Feiertag des Jahres.
Ursprünglich „All Hallows Eve“, also der Vorabend zu Allerheiligen, wird Halloween immernoch als unchristlich, amerikanisch und kommerziell missverstanden. Tatsächlich ist es all das ja auch, mindestens im gleichen Maße wie unser Weihnachtsfest.

Ursprünglich kommt die Party aus dem katholischen Irland. Später pflegten die irischen Einwanderer in den USA ihre Bräuche in Erinnerung an die Heimat und bauten sie aus – nur dass aus der geschnitzten Rübe ein Kürbis wurde. Das „Rübengeistern“ ist auch bei Kindern im deutschsprachigen Raum schon immer beliebt – man muss aus dem, was man hat, das Beste machen.
Heute ziehen bei uns zu Halloween die Kinder als Darth Vader, Harry Potter oder Screems Ghostface durch die Siedlungen und werden von den meisten Erwachsenen in heimlicher Vorfreude erwartet. In kaum einem Land wird das Fest gefeiert wie in Spanien: Dort wird auf Friedhöfen der Toten gedacht, dabei gesungen, gelacht und geweint während die Kinder über die beleuchteten Gräber ihrer Vorfahren springen. Es geht darum, die Toten mit einem Besuch zu ehren und dabei die Angst vor der eigenen Vergänglichkeit in der feiernden Gemeinschaft zumindest für einen Abend abzulegen.

Halloween ist also ein amerikanisches Unternehmen, heidnisch und kommerziell – mindestens ebenso wie es christlich und spirituell ist. ENTWICKLUNG ist immer komplex und verläuft gleichzeitig in verschiedene Richtungen. Nur wo Vorgänge EINFACH sind und in FESTEN RAHMENBEDINGUNGEN ablaufen, sind eine Ursache und ihre Wirkung leicht abschätzbar. Wo aber Entwicklung vielschichtig verläuft, hat ein Ergebnis viele Ursachen, die zusammenkommen – und jede Ursache eine Vielzahl ganz unterschiedlicher Auswirkungen. Im Nachhinein ist Halloween geschichtlich beschreibbar – vorhersagen konnte es niemand.

KONTROLLE funktioniert hier nicht. Es gibt aber Handlungsempfehlungen:

  1. Kontrollverlust als Chance verstehen. Aus Zufällen und unvorhergesehenen Ereignissen lassen sich Wirkungen erzielen, wenn wir es zulassen. Die besten Entdeckungen und Erfindungen entspringen solchen überraschenden Gelegenheiten.
  2. Das Risiko des Scheiterns minimieren. Wer sich vor einer Unternehmung fragt, wie viel er einsetzen möchte, mindert sein Risiko. Da Zukunft nicht vorhersagbar ist, ist diese Methode ohnehin logischer, als Gewinnchancen zu phantasieren.
  3. Ressourcenorientiert planen. Wer eine Rübe schnitzen möchte, aber nur Kürbisse hat, muss teuer importieren. Was kann man aber alles aus Kürbissen, Mais und Stoffresten basteln! Wo Planung endet, hier beginnt Kreativität.
  4. Gemeinsam sind wir stark. Wo Zukunft nicht vorhersagbar ist, ist sie doch immer gestaltbar. Das geht am wirksamsten mit vielen Beteiligten. Hier entstehen meist automatisch Lebens- Arbeits- und Geschäftsmodelle, von denen alle etwas haben.

quanto costa levitra 10 mg in farmacia Durch die Nacht zur Morgenröte, gemeinsam.

Die große Zahl von Flüchtlingen aus Krisengebieten erfordert zurzeit die Mobilisierung vieler deutscher und europäischer Ressourcen. Steuererhöhungen werden unvermeidlich sein, auf staatliche wie zivile Organisationen werden weitere Belastungen zukommen – und das ist gut so. order cheap online levitra

Irgendwann um das Jahr 1800 herum war die Bevölkerung Europas durch globale Erwärmung (das Ende der sogenannten „Kleinen Eiszeit“) und neue landwirtschaftliche Produktionsprozesse so stark angestiegen, dass es zur Belastung wurde. Alle Mäuler wurden zwar halbwegs gestopft, an Kleidung aber, die damals überwiegend noch aus Leder und Filz hergestellt wurde, mangelte es.

Es war ein neuer Rohstoff, der Schwung in die Sache brachte, oder besser: Aufschwung. Baumwolle aus Übersee lies sich leichter herstellen, transportieren und verarbeiten. Dass viel mehr Menschen als früher nicht nur mit Nahrungsmitteln und Unterkünften versorgt werden mussten, sondern auch mit trockener, wärmender Kleidung, wurde nicht von allen auf Anhieb als Chance betrachtet, es war ja auch eher Belastung. Das Gute an der Situation war, dass erst der Bevölkerungsschub einsetzte und dann, mit einiger Verzögerung, die Bedarfsdeckung. Als später zum innovativen Rohstoff auch noch Webstühle, Dampfmaschinen und moderne Transportlogistik hinzukamen, konnten sich die „Zusätzlichen“ quasi selbst versorgen. Sie arbeiteten nicht mehr nur in der Landwirtschaft, sondern in Manufakturen, Speditionen und Verwaltungen. Aus Mäulern, die nach Brot schreien, wurden Arbeiter, Weber, Fahrer, Tagelöhner und Steuerzahler.

Es ist kein Märchen mit Happy End, eher eine Neverending Story. Alle 50 Jahre bringt ein neuer Rohstoff in Verbindung mit einer innovativen Technologie einen konjunkturellen Aufschwung – und damit eine tiefgreifende Veränderung etablierter gesellschaftlicher Strukturen. Im oben beschriebenen Beispiel war nicht alles gut, im Gegenteil. Sozial blieb kein Stein auf dem anderen, für die meisten Menschen, deren Familien und deren Arbeitsumfeld änderte sich so ziemlich alles: Die Art zu arbeiten, zu wohnen, Interessen durchzusetzen und das bisschen Freizeit miteinander zu organisieren. Es war die Zeit, in der in Deutschland die Vereine und Verbände entstanden. Menschen organisierten sich neu und versuchten dabei aus dem alten Leben zu retten, was zu retten war. Nur kurze Zeit später kam in Europa mit der Dampfmaschine und der Eisenbahn schon die nächste Revolution, die industrielle.

In der jüngeren deutschen Geschichte gibt es ein weiteres Beispiel dafür, dass wir erst gemeinsam durch ein Tal schreiten müssen, um einen Gipfel zu erklimmen. Und wenn wir ihn erreicht haben, ist aus uns ein anderes WIR geworden.
Von 1945 – 1950 erreichten 14 Millionen Menschen auf der Flucht ihre Ziele in Deutschland und Österreich. Mit offenen Armen wurden sie in der Regel nicht empfangen, „wir“ lagen ja selbst moralisch und finanziell am Boden, da konnte mit zusätzlichen Bedürftigen niemand etwas anfangen. Gesammelt in Lagern, begann ihre Integration: Kinder gingen in die Schule, ab 14 Jahren auch zur Arbeit, Erwachsene auf die Felder und Fabriken. Das deutsche Wirtschaftwunder, das in den 50er Jahren einsetzte, wäre ohne diese Arbeitskräfte nicht vorstellbar. „Wir sind Weltmeister“, hieß es 1954. Und das Wir war ein anderes geworden.

Als Berater wissenschaftsbasierter und technologisch orientierter Startups habe ich das große Privileg, moderne und weitblickende, häufig noch sehr junge Menschen kennenzulernen und auf ihrem Weg in die Selbstständigkeit begleiten zu dürfen. Eines dieser Teams entwickelt zurzeit eine hochinnovative Lösung für Herausforderungen im Finanzsektor. Auf der Suche nach einem Programmierer wurden sie auf der Plattform „Workeer – Die erste Jobbörse für Geflüchtete und Arbeitgeber“ fündig. Ein junger Mann aus einem der Länder, die gerade von Krieg und Terror überzogen sind, ist ein genialer IT Entwickler. Er spricht nur etwas Deutsch, hervorragend Englisch und ist bereits jetzt von großen IT Unternehmen umworben. Er hat sich für das kleine Startup entschieden. Warum? Ich weiß es nicht. Vielleicht hat er verstanden, dass wir, wenn wir die Nacht durchwandern, als neue Gemeinschaft die Morgenröte schauen können.

Fazit:
Flüchtlinge nerven manchmal und kosten jede Menge Geld und Anstrengung. Unseren Wohlstand aber können wir in einer Welt, die sich so schnell verändert wie nie zuvor, nicht erhalten, indem wir Mauern ziehen. Wachstum braucht Arbeitskraft und neue, innovative Impulse und Perspektiven. Deutschland hat 80 Millionen Einwohner und wird in den kommende 50 Jahren auf 60 Millionen schrumpfen, ein Großteil davon Rentner. Unseren Wohlstand können wir uns an die Backe schmieren. Es sei denn, wir haben den Mut, in Flüchtlingen das zu sehen, was sie sind und sein wollen: Mitmenschen, Bürger auf der Suche nach Freiheit, Gerechtigkeit und Wohlstand, Arbeitskräfte, Steuerzahler, Eltern und so weiter. Eine andere Chance haben wir nicht, denn vor jedem Aufschwung kommt ein Tal.

Dies ist die Vertiefung des Artikels „Durch die Nacht zur Morgenröte“, der am 7. Oktober auf Startupbrett erschienen ist.

Typisch,

liebe Leser,

beschimpft mich, wenn ihr wollt.

Donald Trump

Es fällt schwer, über Donald etwas Gutes zu schreiben, wahrscheinlich ist es unmöglich. Er ist offen rassistisch, sexistisch und protzt gerne mit seinem Milliardenvermögen. Von all jenen, die sich für die US-Amerikanischen Republikaner derzeit als Kandidaten bewerben, ist er der peinlichste.
Und der beliebteste. Wie kann das sein? Ein Grund ist, dass er sich von seiner potentiellen Gegenkandidatin Hillary Clinton enorm abhebt. Auch sie ist reich, tut aber so, als wäre ihr der Reichtum irgendwie versehentlich untergekommen. Ihre Sätze klingen wohlüberlegt, als wären ihre Reden von PR Profis geschrieben und getestet worden (was wahrscheinlich der Fall ist), sie klingt wie eine perfekte Sprechmaschine.
Interessant ist, dass es mindestens zwei unterschiedliche Sichtweisen gibt. Die Medien bejubeln Hillarys Auftritte, oder berichten zumindest sehr respektvoll von durchchoreographierten Inszenierungen. Das Wahlvolk aber wendet sich nach und nach von ihr ab. Wenn Donald Trump über die Menstruation einer Journalistin, die ihn gerade interviewt hat, phantasiert, prophezeien anschließend etablierte Beobachter, dass es das wohl war für Donald Trump, sein Ende. Seine eigene Partei lädt ihn längst nicht mehr ein, man schämt sich. Seine Umfragewerte aber steigen nach jeder seiner Eskapaden.

Jeremy Corbyn

Die (früher sozialistische, heute sozialdemokratische) Labour Partei Großbritanniens hatte mit Tony Blair ihren letzten charismatischen Führer. Erinnert sich jemand an die nachfolgenden Gordon Brown und Ed Miliband? Ich auch nicht, zum Glück gibt es Wikipedia. Für die nächste Wahl zum Parteivorsitzenden läuft sich gerade allerlei Parteiprominenz warm – und ein Außenseiter: Jeremy Corbyn. Er fordert Unmögliches, wie die Wiederaufnahme von Bergbauanlagen, die in den 80-er Jahren unter Thatcher geschlossen wurden sowie die Verstaatlichungen von Schlüsselindustrien. Er trägt keine dunkelblauen Anzüge und klingt auch nicht, als hätte er dieselbe Rhetorikschule durchlaufen, wie alle anderen. Prominente warnen eindringlich davor, ihn zu wählen, es wäre das Ende der Labour Partei. In Umfragen liegt er vorne.
Es gab vor kurzem schon mal einen wie ihn, unwählbar und gefährlich. Heute drückt Brüssel die Daumen, dass ihm die Wiederwahl gelingt:

Alexis Tsipras

Er war das Schreckgespenst Europas, als man meinte, ihn noch verhindern zu können. Er war der Buhmann, als er nicht mehr zu verhindern war. Er ist heute der Garant für eine Kontinuität, die sich schnell eingestellt hat. Die Welt ist in der Zwischenzeit meines Wissens nach nicht untergegangen.

Fazit

Der Deutschlehrer meiner 5. Klasse sagte in einer Situation, als wir uns über einen Außenseiter lustig machten: „Gut, dass es Typen gibt“. Das habe ich bis heute nicht vergessen und sehe Typen seitdem anders. Das Establishment, das sind oftmals wir alle. Zum Glück besteht die Welt nicht nur aus wenigen Schubladen, in die wir Menschen einsortieren können, damit wir sie verstehen. Es gibt Typen wie Till Schweiger, den wir nie mochten, dessen Äußerungen oft fragwürdig sind – und denen wir plötzlich glauben, was sie tun. Erst aus dieser Position heraus können wir sie unterstützen, ignorieren, bekämpfen, beschimpfen, anhimmeln oder sonst was mit ihnen anfangen.
Donald Trump ist ein Arsch. Und ich halte ihn für glaubwürdig. Beschimpft mich, wenn ihr wollt.